Reiss

Selbstbetrachtung hinter Gittern

Naikan im Strafvollzug in Deutschland und Österreich
Tectum,  2016, 336 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8288-3688-4

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Naikan ist eine meditative Übung zur Selbstbetrachtung, die in buddhistischem Kontext in Japan entstand. Sie wird in Japan, China, Deutschland, Österreich und Südafrika in Einrichtungen des Strafvollzugs angewandt. Bei dieser Übung reflektieren die Praktizierenden die Beziehung zu verschiedenen Personen aus ihrem persönlichen Umfeld mit Hilfe von drei Fragen. Während der Reflexion, die in frei gewählter Selbstisolation stattfindet, werden verschiedene Lebensabschnitte in den Blick genommen. Der Sammelband beschreibt im ersten Teil die religionshistorischen Wurzeln des Naikan und dokumentiert erstmals die Geschichte der Anwendung dieser Methode im deutschen und österreichischen Strafvollzug. Darüber hinaus wird ihr Ort im Rahmen der religiösen und therapeutischen Behandlungsangebote diskutiert. Im zweiten Teil des Buches wird AnstaltsleiterInnen und PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und drei Seelsorgern Raum gegeben, ihre praktischen Erfahrungen mit Naikan in verschiedenen Formen des Strafvollzugs zu beschreiben. Das Konzept des niedersächsischen Justizvollzugs, das die Verbreitung der Naikan-Methode fördert, wird vorgestellt und erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Evaluation präsentiert. Das Buch vereinigt somit emische und etische Perspektiven auf eine religiös-therapeutische Übung, die im Justizvollzug Anwendung findet. Es bietet sowohl ReligionswissenschaftlerInnen als auch PraktikerInnen des Justizvollzugs grundlegende Informationen über Naikan.

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