Speier

Gott als Initiator des Fragens

Helmut Thielickes Apologetik im theologie- und zeitgeschichtlichen Kontext
Tectum,  2009, 297 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8288-9909-4

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Nicht selten erleben Christen im Gespräch mit paganen Gesprächspartnern, dass ihre Argumente für den christlichen Glauben entweder gar nicht angenommen werden oder aber dass das Gespräch schon nach kurzer Zeit zum Verstummen kommt, weil das Gegenüber sein Interesse am Thema verloren hat. Angesichts dieser Ausgangslage merkt der systematische Theologe und Prediger Helmut Thielicke (1908-1986) an, dass man die Richtung des Fragens umkehren müsse: Nicht die Christen sollen ihre Botschaft vor der „Welt“ rechtfertigen und verteidigen, sondern die „Welt“ müsse sich vor Gott verantworten. Denn der Mensch als gefallenes Wesen sei aus sich heraus gar nicht in der Lage, sich sachgerecht mit der Gottesfrage auseinanderzusetzen. Auch zeige die Theologiegeschichte, dass alle apologetischen Entwürfe, die versucht hätten, den christlichen Glauben rechtfertigend und erklärend darzustellen, gescheitert seien. Deswegen plädiert Thielicke dafür, die alte Wissenschaft der Apologetik dahin gehend zu bestimmen, dass hier Gott den Menschen fragt, ob der Mensch nicht zu Gott umkehren wolle. Thielickes Verlagerung der Apologetik von der systematischen in die praktische Theologie – und dort in die Predigt - ist nicht nur eine Besonderheit innerhalb der Diskussion um die Apologetik im 20. Jahrhundert, sondern sie ist zugleich auch – wie Holger Speier zeigt – der entscheidende Schlüssel zum Verständnis des theologischen Werkes Helmut Thielickes.

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