Gerner

Die mittelalterlichen Elfenbeinreliefs der so genannten Sibillengruppe

Tectum,  2008, 226 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8288-9540-9

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Elfenbein gehört zu den ältesten Werkstoffen, aus denen der Mensch Skulpturen geschaffen hat. Bestand in prähistorischer Zeit das Ausgangsmaterial aus Mammutzähnen, so wurden in der Antike die Zähne von Elefanten aus Afrika und Asien verwendet. Eine besondere Rolle spielen Kunstwerke aus Elfenbein im Mittelalter, da aus der Zeit bis zum 12. Jahrhundert nur wenige vollplastische Skulpturen aus anderen Materialien als Elfenbein, Walrosszahn und Knochen überliefert sind. Bei der „Sibillengruppe“ handelt es sich um zehn detailreiche hochmittelalterliche Elfenbeinreliefs mit Darstellungen aus dem christlichen Themenrepertoire. Ihre bedeutendsten Werke, ein Kreuz und ein Kreuzigungsrelief, werden im Louvre und im Hessischen Landesmuseum Darmstadt präsentiert. Weitere Reliefs befinden sich in Frankfurt am Main, München, Kopenhagen, St. Petersburg und Florenz. Die Gruppe wurde 1923 von Adolph Goldschmidt im Rahmen seiner Arbeit über die Elfenbeinskulpturen von der karolingischen bis zur romanischen Zeit zusammengestellt. Sein mehrbändiges Werk gilt noch heute als vorbildlich, da es den umfangreichen Objektbestand zum ersten Mal ordnet, kommentiert und abbildet. Die Bezeichnung „Sibillengruppe“ wird seitdem weitgehend unkritisch übernommen und wurde in der kunsthistorischen Literatur zu einem feststehenden Begriff. Bei einer näheren Betrachtung erscheint eine ursprüngliche Verbindung der Reliefs jedoch fragwürdig. Zudem wurde die Frage nach der Identität der Namensgeberin der Gruppe, „Sibilla“, seit 1923 nicht vertieft, weil sie mit Sibilla von Flandern (um 1110 – 1165) identifiziert wurde. Diese grundlegende Frage steht am Anfang der umfangreichen Untersuchung von Caroline Eva Gerner zu Geschichte, Entstehung, Ikonographie und Stil der „Sibillengruppe“.

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