Klier

Betriebliche Synchronie

Über das komplexe Zusammenspiel der Zeitformen Dauer, Warten und Pause in betrieblichen Organisationen
Tectum,  2007, 261 Seiten, broschiert

ISBN 978-3-8288-9435-8

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Wie könnte ein zeitliches Modell des Aufbaus und der Steuerung komplexer betrieblicher Organisationen aussehen? Theorien in den Bereichen Ökonomie, Management und Organisationsbildung haben bisher auf diese Frage noch keine befriedigende Antwort geben können. Zeit wird fast nirgends explizit als Voraussetzung in die Theorien eingeführt und wird überwiegend als rein rechnerische bzw. chronometrische Modellgröße betrachtet. Einem solchen Zeitverständnis wohnt die Tendenz inne, anders geartete zeitliche Formen, die für das Handeln in komplexen Systemen und betrieblichen Organisationen relevant sind, systematisch zu vernachlässigen. Für das Management innerhalb komplexer und dynamischer Systeme hat diese Tatsache sowohl auf ökologischer wie auf ökonomischer Ebene problematische Folgen und Nebenwirkungen: Zeitliche Gestalten und Formen ergeben sich erst im Laufe der Zeit. Das bedeutet, dass auch ihr Erkennen erst dann geschehen kann, wenn eine gewisse Zeit verstrichen ist. Im Rahmen dieser Dissertation wird gezeigt, dass die Zeitformen Dauer, Warten und Pause Eigenschaften aufweisen, die dazu geeignet sind, systemisch anders gearteten Zeitformen bei der Gestaltung von organisationalen Prozessen zu berücksichtigen. Als betriebliche Synchronie stellen sie konstitutive Ressourcen und zentrale Elemente betrieblicher Organisationen dar. Das gilt vor allem dann, wenn sie in ihrem komplexen Zusammenspiel für die aktive betriebliche Gestaltung berücksichtigt werden. Daraus abgeleitet ergibt sich auch, dass das klassische Zeitmanagement kein individuelles Selbstmanagement sein kann. Es muss vorrangig soziale zeitliche Synchronisation und kollektive Zeitautonomie gewährleisten.

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